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Heiratet doch wie ihr wollt – meine Hochzeitstipps

Dies ist mein Blogeintrag für die Blogparade zum Thema “Heiratet doch wie ihr wollt” der freien Traurednerin Traumerfüllerin. Hier geht es zur Blogparade:

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Bevor ich mit meinem Blogeintrag beginne möchte ich dir schnell beichten, das ist schon etwas ganz Besonderes für mich. Als Fotografin, mit dem Schwerpunkt auf Hochzeitsfotografie bin ich es gewohnt über den Hochzeitstag von meinen Brautpaaren zu reden und nachzudenken. Ich versuche ihnen Tipps zu geben, möchte dass sie von meinen Erfahrungen profitieren und ihren perfekten Tag haben. Als Fotografin halte ich den Tag fest, mit all den wunderbaren Augen, dem Wirbelstrom von Emotionen. Bei meiner eigenen Hochzeit war das anders.

Damit du ein besseres Bild von mir bekommst, möchte ich dir ein paar Fakten über mich geben. Ich bin jetzt 30 Jahre alt, bin seit 10 Jahren verheiratet, habe mein Hobby Fotografie zum Beruf gemacht und bin leidenschaftliche Hundehalterin. Ich wohne am Dorf und gehöre hier hin, das ist die Freiheit für mich. Meinen Mann lernte ich auf dem Fußballfeld kennen, er war der Trainer meines kleineren Bruders und ich wusste sofort, den heirate ich mal.

Das haben wir dann auch getan. In kleiner Zeremonie standesamtlich, nur mit der engsten Familie und Freunden. Anschließend ging es zum Essen, dann besuchten wir meine an Demenz erkrankte Oma im Altersheim und dann zum gemeinsamen Fußball schauen auf das Sofa. Das war mein Tag. Und egal wie viele Hochzeiten ich noch fotografieren werde, für mich war er so perfekt. Weil er war wie wir sind. Er spiegelt uns und unsere Wünsche und Vorstellungen wieder. Wenn man mich also dann fragt ob ich es etwas ändern möchte, dann würde ich nur eines nennen. Ich habe keine Bilder, oder besser gesagt, ich habe die falschen Bilder.

Verstehe mich nicht falsch, ich möchte dir das jetzt nicht erzählen, weil ich daraus einen Beruf gemacht habe. Ich möchte dich nicht zu etwas zwingen, was du nicht willst. Die Entscheidung bei der Hochzeit fotografisch begleitet zu werden ist die Entscheidung jedes einzelnen Paares und sollte auch nur zwischen euch Beiden getroffen werden. Mit diesem Blogeintrag möchte ich dir aufzeigen, warum ich es persönlich bereue.

Es gibt wenig Paarbilder von meinem Mann und mir. Wir lassen uns ungerne fotografieren und ich habe die Kamera eh ständig in der Hand.  Die standesamtliche Begleitung fotografisch festzuhalten war niemals vorher in Thema zwischen uns.

Wir fuhren vor unsere Trauung in das Fotostudio im Dorf.  Und ganz ehrlich, ich weiß immer noch nicht genau was wir uns dabei eigentlich dachten. Wir sind Menschen die am Liebsten draußen sind, wir lieben es mit den Hunden spazieren zu gehen, wir sitzen gerne im Garten. Wir sind nicht gemacht für ein Fotostudio, das Steif hinstellen und das andere Anlächeln. Das sind wir nicht. Wir haben es trotzdem getan, „weil man das halt so macht“. Nicht unbedingt der beste Grund für Bilder. Wir haben die Bilder nicht aufgehängt, wir haben sie nicht mal verschickt. Ich habe sie in eine der hintersten Ecken meiner Schubläden verstaut und könnte dir jetzt nicht mal genau sagen wo sie sind. Weil sie nicht wir sind. Sie halten nicht unseren Charakter fest, nicht unsere Liebe. Es sind Bilder die nicht zu uns passen.


Wenn ich es mir jetzt aussuchen könnte, dann wäre ich mit einer Kollegin in den Wald gegangen und hätte dort Bilder gemacht. Wir hätten gelacht und hätten eine wunderbare Zeit gehabt. Wir hätten unsere Liebe und unseren Tag gefeiert und das auch so auf den Fotos gesehen. Aber wir taten es nicht.

Bei der standesamtlichen Trauung an sich hat mein Papa ein paar Bilder gemacht, mit einer Digitalkamera, viel überblitzt, viel hartes Licht. Gar nicht wir. Auch diese Bilder liegen irgendwo auf einer Festplatte vergraben. Wenn ich an diesen Tag denke, dann sehe ich ihn in meiner Erinnerung, aber nicht auf Bild.

Ich mag die Bilder nicht. Sie sagen nichts über den Tag aus, sie halten keine Liebe und keine Erinnerung fest.

Ein paar Jahre später habe ich dann eine standesamtliche Trauung in genau dem gleichen Standesamt fotografiert. Und für einen kleinen Moment war ich doch etwas sentimental, ich würde für mein Brautpaar diesen Moment festhalten. Damit sie ihn sich gerne anschauen und immer wieder durchleben können. Und in 20 Jahren den eigenen Kindern zeigen.

 

Als Hochzeitsfotografin fotografiere ich die Liebe, in den unterschiedlichsten Momente und Facetten. Ich halte Tränen der Freude fest und Augenblicke des Glücks. Wir werden uns unser Leben lang an den Tag der Trauung erinnert. Manche in großer Ausführlichkeit, andere immer nur an bestimmte Momente. Bilder helfen uns dabei, sie geben den Erinnerungen einen Ankerpunkt und binden sie so an die Realität. Ich liebe meinen Beruf. Vielleicht sogar noch ein kleines Stück mehr, weil ich selbst weiß wie wichtig Bilder sein können.

Bei dir möchte ich mich bedanken. Dafür, dass du meinen kleinen Beitrag gelesen hast. Was du mit meiner Geschichte machst, ist deine Entscheidung und ich wünsche dir einen wunderbaren Tag. Egal wie du ihn verbringst. Eines habe ich vor allem gelernt, es gibt kein Richtig und kein Falsch bei der Hochzeit.

Euer Tag ist euer Tag und genau so sollte er sein. Wie ihr ihn wollt, feiert ihn so wie ihr wollt, macht keine Kompromisse. Die macht man genügend im Leben, aber nicht an diesem Tag. Dieser Tag symbolisiert eure Liebe und das Versprechen zueinander zu halten, egal was kommt. Und so solltet ihr ihn auch feiern. 

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